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Spanien mit dem Zug |
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Eine Zugfahrt von Deutschland nach Spanien ist eine ziemlich langwierige und komplizierte Angelegenheit und ist immer mit umsteigen verbunden. Oft sind die besten Verbindungen von Deutschland nach Barcelona über Paris. Das Nervigste daran ist, dass man in Paris auch noch den Bahnhof wechseln muß. Man muß mit dem ganzen Gepäck U-Bahn fahren, nämlich mit der Metro-Linie 5 von Paris Est nach Paris Austerlitz. Zudem ist die Angelegenheit teuer - mit 200 Euro oder mehr für die einfach Strecke inkl. aller Zuschlägen sollte man rechnen. Der genaue Fahrpreis hängt natürlich von Rabatten, dem genauen Ausgangsort in Deutschland und dem Zielort in Spanien ab. Eine Fahrkarte von Norddeutschland nach Madrid oder Südspanien kann 300 Euro oder mehr einfach kosten.
Vorsicht: Wer mit dem Interrail-Ticket unterwegs ist, zahlt in Spanien (und auch für ICE in Deutschland sowie TGV in Frankreich) so hohe Zuschläge, dass fraglich ist, ob sich die Sache überhaupt lohnt. Besser als über Paris ist die direkte Zugverbindung Zürich (Schweiz) nach Barcelona. Dieser Zug verkehrt allerdings nur nachts und nur im Sommer täglich (im Winter dreimal pro Woche). Vor allem wegen der günstigeren Angebote bei Buchung im voraus, ist der Preis mit Flugzeug oder Bus in etwas konkurrenzfährig. Dies gilt vor allem für Leute, die in der Schweiz leben oder in Süd-West-Deutschland. Sparfüchse fahren mit dem Baden-Württemberg-Ticket (20€ eine Person oder 28€ bis zu 5 Personen) nach Schaffhausen an der Deutsch-Schweizer-Grenze. Von hier kommt man mit der Züricher S-Bahn für ein paar Euro zum Züricher Haupbahnhof. Dann nimmt man dann den Nachtzug nach Barcelona.
Reisen in Spanien mit dem Zug
Zugfahren hat sich in Spanien in den letzten Jahren stark verändert. Aus der maroden, staatlichen, spanischen Bahngesellschaft RENFE ist ein modernes europäisches Eisenbahnunternehmen geworden. Die Fahrpreise sind für die Nicht-Hochgeschwindigkeits-Züge nach wie vor günstig. Der AVE (Spanischer Hochgeschwindigkeitszug) ist zwar nicht gerade günstig, aber in Sachen Geschwindigkeit der wohl derzeit beste Zug in Europa. In Spanien wurden in den letzten 20 Jahren ein Hochgeschwindigkeits-Netz von über 2000 km Streckenlänge aufgebaut. Das ist etwa mit Frankreich oder Japan vergleichbar. Derzeit gibt es eine Strecke von Barcelona im Norden über Madrid im Zentrum nach Sevilla in Südspanien. Es gibt Abzweigungen nach Malaga (seit 2006) und Valladolid (seit 2007). Eine neue lange Strecke von Madrid an die Mittelmeerküste (Valencia und Alicante) ist derzeit im Bau und soll schon 2010 eröffnet werden. Eine Strecke in den Nord-Westen von Madrid ist in Planung. Der AVE ist sehr zuverlässig und pünktlich. Die Fahrpreise sind deutlich höher als in anderen spanischen Zügen. Altenativen mit langsameren, billigeren Zügen gibt es auf diesen Hauptstrecken nur wenige. Daneben ist die auf bis zu 250 km/h ausgebaute Schnellstrecke Barcelona-Valencia für den Touristen interessant. Die meisten anderen Strecken sind eher langsam, aber günstig (etwa 5-8 Euro pro 100 km). Leider ist das spanische Eisenbahnnetz ziemlich weitmaschig. Vor allem fehlt eine Eisenbahnstrecke entlang derKüste südlich von Cartagena nach Almeria und Malaga. Hier muß man mit dem Bus fahren.
Fahrkarten muß man vorher am Schalter kaufen. Ein großes Ärgernis bei der RENFE sind die nach wie vor sehr langen Wartezeiten an den Fahrkartenschaltern, vor allem in den großen Bahnhöfen. Was nützt eine Milliarden-Euro teure Naubaustrecke um 2 Stunden zu gewinnen, wenn man nicht einmal ein paar zehntausend Euro im Monat für weiteres Personal an den Schaltern hat? Manchmal muß man, wie ich in Valencia, bis zu eine Stunde warten. Man zieht eine Nummer, welche aufgerufen wird, wenn man endlich dran ist. Natürlich kann man auch Fahrkarten im Internet kaufen. Der Internetauftritt der Spanischen Bahn RENFE ist jedoch z.B. im Vergleich zur Deutschen Bahn bei weitem nicht optimal. Vor allem Fahrkarten für kurze Strecken gibt es nun auch an einfach bedienbaren Automaten. An größeren Bahnhöfen gibt es auch Schalter ohne lange Wartezeiten, wo man nur Fahrscheine für Züge kaufen kann, die in den nächsten Minuten abfahren. Die Läden in den großen Bahnhöfen sind meist überteuert. Ausgehängte Fahrpläne muß man oft lange suchen. Jede Gesellschaft hat ihre eigenen Fahrpläne bzw. die Züge der anderen tauchen auf den Fahrplänen nicht auf. Das Personal am Informationsschalter ist in manchen Orten nicht sehr motiviet. Die Bahnhöfen sind in den Metropolen an das U-Bahn-Netz gut angeschlossen. Nebenstrecken werden nicht von der RENFE betrieben, sondern von staatlichen oder privaten lokalen Gesellschaften. Bekannt ist zum Beispiel die Schmalspurbahn Alicante- Denia. Die Fahrpreise solcher Bahnen sind meist sehr günstig, aber die Fahrgeschwindigkeiten langsam. Jedoch wird auch auf lokaler Ebene derzeit viel ausgebaut und neu gebaut. Insgesamt ist die spanische Bahn vor allem auf den neuen Schnellstrecken vorbildlich. Die Nebenstrecken sind sehr günstig, aber auch langsam. Der Service könnte noch deutlich verbessert werden (auch was z.B. Englisch-Kenntisse des Personals betrifft).
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